Vom Bauerndorf zum modernen Stadtteil

Gutes aus Münchingen

Die dörfliche Gesellschaft bestand nicht nur aus Bauern: Handwerker, Gastwirte und andere Gewerbetreibende versorgten die Bewohner mit fast allem, was sie benötigten. Was es in Münchingen nicht zu kaufen gab, konnte auf dem im September stattfindenden Jahrmarkt – dem „Märkt“ – erworben werden. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde in der Landwirtschaft so viel Überschuss produziert, dass viele Münchinger Bauern und Gärtnereibetriebe ihre Produkte auf den Wochenmärkten in den nahegelegenen Städten Stuttgart, Ludwigsburg und Leonberg verkauften.


Wilhelm Ruf aus Münchingen beliefert ein Stuttgarter Restaurant mit Milch, Foto von 1905

Die ehemalige Schmiede Mayer aus der Marktstraße im Heimatmuseum

Dörfliches Handwerk

Viele einstmals florierende Münchinger Handwerksbetriebe mussten im Zuge der industriellen Massenproduktion und Globalisierung in den 1970er und 80er Jahren schließen. So auch der seit 1797 nachgewiesene Familienbetrieb der Schmiede Mayer, nachdem die Nachfrage nach Schmiedearbeiten wie beispielsweise Hufeisen durch die Motorisierung in der Landwirtschaft seit den 1920er Jahren abnahm. 1986 konnte das Heimatmuseum die komplette Ausstattung der Schmiede Mayer in der Markststrasse 11 übernehmen. Die Ausstellung zum Handwerk umfasst zudem die Wagnerei Schmalzriedt (ehemals Marktstraße 4) sowie eine Schusterwerkstatt.

Panoramarundgang durch die historischen Werkstätten im Heimatmuseum


Moderne Zeiten

Der Anschluss an das Eisenbahnnetz 1906 veränderte das einstige Bauerndorf, das nun auch zum Wohnort für Arbeiter in den nahegelegenen Fabriken in Feuerbach und Zuffenhausen wurde. Durch den Ausbau der Landstraße und den Bau der Autobahn 1938 wurde Münchingen selbst allmählich zum bedeutenden Industriestandort in der Metropolregion Stuttgart. Im Zuge der Gemeindereform schlossen sich Münchingen und das benachbarte Korntal 1975 zur Stadt Korntal-Münchingen zusammen.


Postkarte von  Münchingen mit Eisenbahn, 1915